Die Parker Solar Probe ist die erste Raumsonde, die in das unmittelbare Umfeld der Sonne vordringt. Sie erforscht die Sonnenwinde und die äußere Atmosphäre der Sonne, die Korona. In den Jahren 2024 und 2025 wird sich die Parker Solar Probe unserem Tagesgestirn bis auf drei Sonnendurchmesser (2.089.026 km) annähern und die Korona direkt durchfliegen.

Klingt heiß, ist es auch. Wir schreiben das Jahr 2018, am 12. August startete die Parker Solar Probe Sonde der NASA in Richtung Sonne. Noch nie ist eine menschengemachte Sonde unserem Zentralgestirn so nahe gekommen. Nach einer Reihe von Vorbeiflügen an der Venus, wird sich die Sonne 2025 der Sonnenoberfläche bis auf sechs Millionen Kilometer annähern. Das klingt viel, aber bei dieser Entfernung herrschen immer noch bis zu 1400 Grad Celsius. Ein spezieller Schutzschild verhindert das verglühen der Sonde und ihrer Technik und Elektronik im Inneren. Die bisher engsten Annäherungen an die Sonne gelangen den beiden deutsch-amerikanischen Helios-Raumsonden in den 1970er Jahren. Sie kamen der Sonne bis auf 42 Millionen Kilometer heran.

Warum dieser Aufwand? Die neue Sonde soll unterschiedliche Phänomen auf der Sonne, wie zum Beispiel die Sonnenkorona, Sonnenwinde und Sonnenstürme scannen. Mit diesen Daten soll nicht nur die Sonne näher erforscht, sondern auch die Auswirkungen dieser auf unseren Heimatplanten Erde besser gedeutet und erforscht werden. Vor allem die Einflüsse auf unsere technischen und wirtschaftlichen Infrastrukturen machen die Erforschung interessant. Denn Sonnenwinde prallen mit einer Geschwindigkeit von über 400 Kilometer pro Sekunde auf das Erdmagnetfeld. Bei einem der stärksten gemessenen Sonnenwinde traten eine Vielzahl von Weltraumwettereffekten auf: Ausfall von Bordelektronik einiger Satelliten, Einwirkungen auf Solarzellen, einige erdnahe Satelliten verloren an Höhe. Auch die Strahlenbelastung der Astronauten und Flugzeugpassagieren stieg weit über normal. Zudem wurde der Funkverkehr und auch die Satellitennavigation gestört und als Resultat fielen Flüge aus. Des Weiteren kam es zu Korrosion von Öl-Pipelines und sogar zu einem kurzweiligen Stromausfall in Schweden.

Gerüstet für den großen Sturm. Um diese Phänomene genauestens einzufangen, sind hochsensible und leistungsstarke Instrumente mit an Bord. Der SWEAP (Solar Wind Electronics Alphas and Protons), welcher Geschwindigkeit, Dichte und Temperatur des Sonnenwinds misst. Der FIELDS, dieser untersucht die Radiowellen sowie elektrische und magnetische Felder. Der ISOIS (Integrated Science Investigation of the Sun), dieses Instrument analysiert Elektronen, Protonen und Ionen. Der WISPR (Wide field Imager for Solar Probe) beobachtet die zu durchfliegenden Strukturen der Sonnenkorona und des Sonnenwinds. Zudem untersucht WISPR die Verteilung des interplanetaren Staubs nahe der Sonne.

Neuste Technik auf dem Weg zu Sonne. Mit der Parker Solar Probe Sonde wird wieder ein neues Kapitel in der Erforschung unserer Sonne aufgeschlagen. Für alle Beteiligten und Mitverfolger dieser Mission ist es sicher eine aufregende und interessante Zeit. Ich bin gespannt auf die nächsten Neuigkeiten zu dieser Mission.