Von der Theorie in die Praxis – Qualitative Beobachtung (Offene/Halboffene Beobachtung) – 45 Minuten Beobachtung

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Beobachtungsprotokoll

Art der Beobachtung: Offene/Halboffene Beobachtung

Ort/Datum: 22.10.2018

Beobachtung:

Involvierte Personen:

Person A

Person B

Person C  – Christina Soukup (Beobachterin –> da das Thema nicht in meinen Aufgabenbereich fällt)

Person D

Person E

Person F

Person G

Person H

 

Personengruppe A, B, C, D Aufteilung: 4 Schreibtische, Person vis á vis durch eine 30 cm Trennwand getrennt, links und rechts frei.

Person E betritt den Arbeitsbereich von Personengruppe (A, B, C, D) um 7:45. Mein visueller Eindruck von Person E à Gefühlslage „gereizt“.

Person E spricht mit Person B über ein schon länger nicht gelöstes Thema. Person B legt den Sachverhalt mit Beispielen und Fakten dar.

Person E stimmt den Aussagen nicht zu und versucht von seiner Seite zu argumentieren.  Wiederum bleibt Person B bei den Tatsachen, den gegebenen Prozessen und Vorlagen.

Person E fühlt sich offensichtlich gekränkt (Stimmlage wird lauter, Gesichtsfarbe wird rötlich). Um die Sache zu deeskalieren, schaltet sich die nebenbei sitzende Person A ein, um den Sachverhalt mit anderen Worten und Beispielen darzulegen.

Auch diese Variante wird von Person E nicht angenommen. Um sein Recht auf seine Sichtweise einzufordern, versucht Person E, während des Gesprächs mit Person A und Person B, durch Gestik und  Blickkontakt mit Person C und Person D herzustellen. Es ist davon auszugehen, dass Person E mit der Herstellung des Blickkontakts versucht eine Bestätigung seiner Argumentation zu erhalten.

Person E versucht nochmals seine Absicht als richtig darzulegen, jedoch ohne Erfolg. Weder Person A noch Person B stimmen der Argumentation von Person E zu.

Person E bricht das Gespräch mit trotzigen Unterton ab, und verlässt beleidigt den Bereich.

Nachdem Person E den Raum bzw. die Personengruppe A, B, C, D verlassen hat, wenden sich Person A und Person B einander zu und besprechen die soeben stattgefundene Situation. Dabei werden Person C und Person D miteingebunden, um Spannung abzubauen. Der Sachverhalt wird vom Anfang bis zur jetzigen Situation dargelegt und erklärt, offensichtlich mit der Erwartung einer Zustimmung oder eines generellen Kommentars zu der Situation.

Nach einiger Zeit erhalten Person A und Person B eine Email (Person A & B verkünden Person C & D den Erhalt der Email) von Person G (Höchster in der Hierarchie von A, B, C, D, E & F) mit einer Einladung zu einem Meeting bezüglich des zuvor mit Person E diskutierten Themas. Zusätzlich wird Person F eingeladen (in der Hierarchie über Person E).

Das Meeting mit den betreffenden Personen (A, B, E, F, & G) findet im angrenzenden Raum (verglast) statt.

Nach der Rückkehr von Person A & B zum Arbeitsplatz der Personengruppe (anwesend Person C & D), teilen Person A & B den Verlauf des Meetings den beiden anderen Personen (C & D) mit.

Danach kommt Person H zur Person A um ein Schriftstück unterzeichnen zu lassen. Person H nimmt die fassungslosen Gesichtszüge von Person A war, und fragt Person A nach dessen Befinden. Person A erklärt Person H in einer Kurzfassung die Sachlage der Diskussion mit Person E und dessen Verhalten. Person H schüttelt den Kopf und stimmt Person A und seiner Argumentation zu. Person H bekommt das Schriftstück unterzeichnet und verlässt die Personengruppe A, B, C, D.

Nach weiterer Beobachtung beruhigt sich die Lage und es wird das Thema nicht mehr erwähnt oder mit anderen Personen besprochen.

Beobachtungsende 8:30

Besondere Anmerkungen:

Person A und Person B sind sehr bemüht das Thema bzw. die Problemstellung sachlich und kompetent zu behandeln bzw. zu lösen.

Das Auftreten von Person E wirkt sehr entschlossen, d.h. Lösungsvorschläge werden abgeblockt oder durch lautes „Darüberreden“ nicht angehört.