Aufgabenstellung:

In Modul Wissensmanagement Methoden war es die Aufgabe meines Teams (insgesamt 4 Studentinnen) einen Usability-Test nach er „Thinking Aloud“ Methode (nach Steve Krug „Don’t make me think! Web & Mobile Usability“) beim Salzburger Wiki (https://www.sn.at/wiki/Hauptseite) durchzuführen. Mit einer genauen Anleitung und spezifische Fragestellungen sollte das Salzburg Wiki auf die Benutzerfreundlichkeit bzw. Navigationsfreundlichkeit getestet werden.

Theoretische Reflexion:

Bei „Thinking Aloud“ wird der User gebeten eine Webseite zu Testen und aufgefordert währenddessen laut mitzudenken. Es wird immer nur ein User beobachtet wie er versucht eine vorgegebene Aufgabe zu lösen. Somit ist es möglich Schwierigkeiten bei der Handhabung der Webseite aufzuspüren und diese zu beheben (Krug 2014, S.113). Die Erkenntnisse über die Usability der Website vergrößert sich. Um möglichst viele brauchbare Erkenntnisse zu erlangen, ist es ratsam User/Tester nicht nur aus dem Zielgruppenbereich für den Usability-Test zu rekrutieren, sondern auch aus anderen bzw. ähnlichen Fachbereichen zu wählen. Dadurch ergeben sich andere Sichtweisen auf die Handhabung der Website (Krug 2014, S.120).

Anforderung an die Testerinnen/Userinnen:

Beim ersten Schritt wurde der User aufgefordert die Hauptseite des Wikis durch rauf -und runterscrollen zu betrachten und zu beschreiben was zusehen ist und wo Navigationshilfen zu erkennen sind. Der User sollte sich einen Überblick verschaffen um die nächsten Aufgabenstellungen durchführen zu können.

Beim zweiten Schritt wurde der User gebeten sich über drei vorgegeben Begriffe (Hermann Maier, Salzbergwerke und Fußballvereine) zu informieren, das heißt den entsprechenden Begriff zu suchen, anzuklicken und zu beschreiben was genau ersichtlich ist.

Beim dritten und letzten Schritt wurde der User aufgefordert sich über vorgegebene Details zu informieren. Wie zum Beispiel „In welchen Jahren hat Hermann Maier den Gesamtweltcup gewonnen? Der User war gezwungen über mehrere Wege zur Information zu gelangen

Im Anschluss an diesen Test sollten von jeder Testerin (4 Studentinnen) noch eine vorgegebene Anzahl an Fragen zur Hauptseite und zu den anderen Seiten des Wikis beantwortet werden:

 Main Page:

  • Erkennen Sie auf einen Blick, wozu dieses Wiki implementiert wurde? Wenn nein, was fehlt?
  • Erkennen Sie wie Sie zu weiteren Informationen zum Thema des Wikis gelangen können? Wenn nein, was fehlt?
  • Spricht diese Seite die Zielgruppe an? Was könnte man noch verbessern?
  • Sind alle notwendigen Informationen über das Wiki (Impressum,..) vorhanden? Was fehlt?

Alle Seiten:

  • Wie empfinden Sie das Layout? Änderungswünsche
  • Wird ausreichend visualisiert? Was fehlt?
  • Finden Sie sich in der Seitenstruktur zurecht? Wenn nein, wo nicht?
  • Sind die Texte verständlich? Wie könnte man besser formulieren?
  • Finden Sie zurück, woher Sie gekommen sind?
  • Finden Sie die gewünschte Information per Suche?
  • Sind die Seiten ausreichend miteinander verlinkt?

Auseinandersetzung:

Da die Mitglieder des Teams örtlich weit auseinander liegen, kam mein Team zu dem Beschluss die vorgeschlagene Alternative zu wählen. Jedes Teammitglied führte von zu Hause aus dem Test, inklusive lautem Mitdenken, durch und erstellte währenddessen einen Screencast. Die laut ausgesprochenen Gedanken wurden somit aufgezeichnet und konnten für die anschließende Auswertung herangezogen werden.

https://youtu.be/rD1puKgtQZc

Während der Aufnahme kam es immer wieder zu einem leichten Zeitdruck. Das lag vor allem daran, dass vorab nicht genau abgeklärt wurde wie lange der Screencast sein sollte. Gewöhnlich sollten Screencast eine Länge von vier Minuten nicht überschreiten. In diesem Fall ist die Länge angemessen, da die Lösung der Aufgabenstellung eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt. Daher war auch die Ausführungsdauer bei jeder Tsterin unterschiedlich. Das laute Mitdenken während der Suche, war sehr ungewohnt, und daher waren öfters Sprechpausen zu vermerken. Eine anwesende Testleiterin, wie es normalerweise bei einen Usability-Test üblich ist, hätte mit einer gezielten Fragestellung die Sprechpausen der Testerin verkürzen und eventuell noch weitere Ansichten der Testerin entlocken können.

Das laute Mitdenken hat etwas gestört, da manchmal nicht die richtigen Worte parat waren, oder der Sprechfluss wirkte etwas gehemmt, da man versucht möglichst schön formulierte Sätze zu bilden und Wortwiederholungen zu vermeiden. Auf der anderen Seite denke ich, dass es sicherlich etwas Übung benötigt um ein einwandfreises „Erklärvideo“ zu produzieren. Aber der kurze Screencast hat seinen Zweck erfüllt – Die Aufgabenstellung wurde dargelegt, die Informationssuche ist nachvollziehbar und die Informationen wurden gefunden

Da es sich bei den Testerinnen um Wiki-erfahrene Personen handelt, gab es bei der Zurechtfindung bzw. der Aufgabenlösung keine Schwierigkeiten. Generell finde ich die Anwendung von Usability-Test sehr gut und auch notwendig. Sie sind kostengünstig, da die Tests vor Ort durchgeführt werden können ohne zusätzliches Einbinden anderer Experten. Die Resultate sind sofort verfügbar und authentisch, da der Tester in Bild und Ton aufgenommen wird. Usability Test geben einen klaren Blick auf die geteste Website/Wiki. Denn oft ist es so, dass die eigene Sicht auf die wesentlichen Dinge anders ist als die Sicht von Anderen. Dies gilt auch beim Erstellen einer Website. Wenn die Navigation einer Website/eines Wikis für mich klar ist, heißt das noch lange nicht, dass die Navigation und Handhabung auch einfach für eine andere Person ist.

Literaturquellen:

Krug, S. (2014) Don’t make me think!: Web & Mobile Usability: Das inuative Web, mitp Business

Hoffman, M. (2017) Die Erhebungsmethode des Lauten Denkens. Abgerufen von https://quasus.ph-freiburg.de/2217-2/

Frommann, U. (2005): Die Methode „Lautes Denken“, Abgerufen von: http//www.e-teaching.org/didaktik/qualitaet/usability/Lautes%20Denken_e-teaching_org.pdf

Chi, C. (2018): The Beginner’s Guid to Usability Testing. Abgerufen von https://blog.hubspot.com/marketing/usability-testing