Wissensmanagement/Wissenstransfer in klein-und mittelständischen Unternehmen (KMU) in Österreich am Beispiel holzverarbeitender Betriebe.

„Wenn Ihr Unternehmen wüsste, was es alles weiß…“ (Davenport & Prusak 1998) – Nicht nur bei Großunternehmen, sondern auch bei klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) bleibt viel Wissen ungenutzt. Läuft es in einem Unternehmen nicht gut, wird dieser Zustand oft anderen Gründen zugeschrieben, nicht jedoch Schwächen im Wissensmanagement und unzureichender Wissensnutzung in der Organisation. Auch traditionelle KMUs in der holzverarbeitenden Industrie sind sich dem Wert des Wissens nicht bewusst. Gerade bei traditionellen handwerklichen Betrieben ist die Weitergabe, Aufbereitung und Speicherung von Wissen ausschlaggebend für einen reibungslosen Ablauf der täglichen Arbeit und für ein langfristiges Bestehen des Unternehmens.

Die Mitarbeiter eines Unternehmens haben viel Wissen in ihren Köpfen. Durch persönliche Erfahrungen und Weiterbildungen haben die Mitarbeiter Wissen angesammelt. Gerade in der Tischlerei-Branche ist das Wissen über Verarbeitungstechniken und langjährige Kundenbeziehungen der Motor des Unternehmens. Das Wissen wird für die tägliche Aufgaben zwar genutzt, aber wird es auch für die KollegInnen nutzbar gemacht? Und wenn ja, wo und wie wird dieses Wissen für die anderen MitarbeiterInnen zugänglich gemacht? Vor allem bei Pensionierungen oder wenn Mitarbeiter ad hoc das Unternehmen verlassen, entstehen für das Unternehmen Wissenslücken.  Diese sind in vielen Fällen nur schwer wieder zu schließen. Der/Die MitarbeiterIn hat über Jahre hinweg Wissen gesammelt und das Wissen nur bei gezielter Hinterfragung zur Verfügung stellt. Verlässt diese/r MitarbeiterIn nun das Unternehmen, stehen die anderen KollegInnen vor dem Problem, diese Wissenslücke wieder schließen zu müssen. Dadurch geht sehr viel Zeit und auch Geld verloren (Einschulungen, externe Lehrgänge/Schulungen usw.)  Daher ist es notwendig, implizites Wissen in explizites Wissen umzuwandeln und zugänglich zu machen.

Eine Hauptaufgabe des Wissensmanagements ist es, dieses verborgene Wissen ans Licht zu bringen. Deshalb soll mit den folgenden Forschungsfragen Licht ins Dunkel gebracht werden:

  • Inwiefern wird Wissensmanagement in holzverarbeitenden KMUs betrieben? 
  • In welcher Form ist Wissensmanagement in den untersuchten Unternehmen ausgeprägt?
  • Werden die Mitarbeiter zum Wissensaustausch angeregt? 
  • In wie weit sind sich die MitarbeiterInnen bewusst, dass Wissensaustausch wichtig ist?
  • Welche Maßnahmen werden von den Mitarbeitern als wirksam bzw. wirkungslos für den Wissenstransfer gesehen?
  • Inwiefern spielt der Generationenunterschied der Mitarbeiter beim Wissensaustausch im Unternehmen eine Rolle?
  • Ist die Schaffung einer Motivationsatmosphäre innerhalb des KMUs ausschlaggebend für einen stetigen Wissenstransfer und sorgt diese für einen genaueren Überblick über das Wissen, die Kompetenzen und Fähigkeiten der Mitarbeiter im Unternehmen?
  • Welche organisatorischen Voraussetzungen müssen gegeben sein bzw. geschaffen werden, um Wissenstransfer im Unternehmen effizient betreiben zu können?

Dazu werden Online-Fragebögen an über 200 holzverarbeitende Betriebe ausgeschickt und zusätzlich 8-10 Leitfadeninterviews mit Mitarbeitern aus holzverarbeitende KMUs durchgeführt.

Ziel der Forschung ist es aufzuzeigen, wie in der Branche holzverarbeitender Betriebe Wissensmanagement betrieben wird und wie das vorhandene Wissen genutzt und ausgetauscht wird, und wie daraus der Wissensstand des Unternehmens und der MitarbeiterInnen stetig optimiert werden kann. Weiters soll auch eine Sensibilisierung zum Thema Wissensmanagement in den KMUs erreicht werden. 

Publikation zum Thema Wissensmanagement in KMUs

Journal zu Wissensmanagement in KMUs

Fachartikel zu Wissensmanagement für KMUs